Lohnt sich der Immobilienkauf trotz hoher Zinsen?

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Bei 3,93 Prozent Sollzins stellen sich viele die Frage, ob Kaufen überhaupt noch sinnvoll ist. Der Blick auf die andere Seite der Rechnung liefert eine klare Antwort, denn Mieten wird gerade spürbar teurer.

Laut einer aktuellen Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft lagen die Angebotsmieten im zweiten Quartal 2026 bundesweit vier Prozent über dem Vorjahreswert, in Großstädten außerhalb der größten Metropolen sogar knapp fünf Prozent.

Gleichzeitig schrumpft das Angebot an Mietwohnungen: Bundesweit gibt es rund zwölf Prozent weniger Inserate als Anfang 2022, in Hamburg hat sich die Zahl sogar mehr als halbiert. Auf dem Kaufmarkt sieht die Lage genau umgekehrt aus, denn dort stehen deutlich mehr Objekte zur Auswahl als vor vier Jahren, während die Preise mit einem Plus von 0,8 Prozent kaum zulegten. Wer kaufen möchte, hat also mehr Auswahl und mehr Verhandlungsspielraum als lange Zeit zuvor.

Was für den Kauf spricht:

  • Mehr Auswahl, stabile Preise: Bundesweit stehen fast doppelt so viele Eigentumswohnungen zum Verkauf wie Anfang 2022, bei Häusern liegt das Plus bei rund 140 Prozent.
  • Schutz vor Mieterhöhungen: Deine Rate steht für die gesamte Zinsbindung fest, während Mieten weiter steigen und das Angebot knapper wird.
  • Vermögensaufbau statt Mietzahlung: Der Tilgungsanteil deiner Rate fließt in dein eigenes Vermögen und nicht in das deiner Vermieterin oder deines Vermieters.

Ein weiterer Punkt wird oft unterschätzt: der Platz. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes lebten 2025 bereits 11,7 Prozent der Menschen in Deutschland in einer zu kleinen Wohnung, ein Jahr vorher waren es noch 10,2 Prozent. Besonders betroffen sind Familien mit Kindern, für die eine passende Mietwohnung in vielen Städten kaum noch zu finden ist.

Ob sich der Kauf rechnet, hängt am Ende vom Eigenkapital, der eigenen Lebensplanung und dem Verhältnis von Kaufpreis zur vergleichbaren Miete ab.